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Ein modernes Lehrerbildungsgesetz sieht anders aus

PressemeldungenAndreas Bluhm

Zum Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu einem Lehrerbildungsgesetz für Mecklenburg-Vorpommern erklärte der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Andreas Bluhm:

„Bereits 2006 wurde ein Lehrerbildungsgesetz in der Koalitionsvereinbarung angekündigt. Aber nicht die Landesregierung legt heute einen Entwurf vor, sondern die regierungstragenden Fraktionen – damit es überhaupt noch bis zum Ende der Legislatur verabschiedet werden kann.

Der Entwurf wird den Anforderungen an eine moderne und zukunftsfähige Lehrerbildung nicht annähernd gerecht. Das Lehrerbildungsgesetz ist ein Rumpfgesetz mit Verordnungsermächtigungen. Es werden in 22 Paragrafen nur die allernotwendigsten Grundsätze geregelt. Dafür gibt es dann zur inhaltlichen Ausgestaltung über 20 Verordnungsermächtigungen, die die wirklich wichtigen Fragen regeln. Auf die konkrete Ausgestaltung hat das Parlament keinen Einfluss mehr. Deshalb wird auch eine fachliche Beratung im Bildungsausschuss schwierig, die wesentlichen Einzelfragen sind nicht bekannt.

Mit den ausgewiesenen Lehrämtern wird das gegliederte Schulsystem zementiert. Möglichkeiten von schulartübergreifenden Lehrämtern, die auch zu mehr Flexibilität beim Einsatz von Lehrkräften führen können, gibt es nicht. Anforderungen, die sich aus der Inklusion ergeben, spielen keine Rolle. Der Anteil der Fachdidaktik wird für die Lehrämter unterschiedlich ausgewiesen. Die Professionsfelder gelten nicht für alle Lehrämter.

Den Hochschulen werden neue Aufgaben übertragen, ohne die personellen und finanziellen Konsequenzen zu benennen. Alle neuen Maßnahmen sollen mit den bereits gültigen Zielvereinbarungen abgedeckt sein. Daran haben wir erhebliche Zweifel. Der Zeitdruck hat offensichtlich dazu geführt, dass man auf  die Vorlage eines umfänglichen und der bildungspolitischen Bedeutung entsprechenden Lehrerbildungsgesetzes verzichtet hat. Im Vergleich mit anderen Bundesländern bleibt Mecklenburg-Vorpommern weit hinter den Anforderungen zurück. Die Koalitionsfraktionen erweisen der zukünftigen Bildungspolitik einen Bärendienst.“

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