Ein Garten, ein Festival, ein Versprechen: Hoffnung auf der Leinwand und im Leben
Zur Eröffnung des 35. Filmkunstfestes MV erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Elke-Annette Schmidt:
„Wenn in diesen Tagen die Lichter im Schweriner Capitol gedimmt und Stimmen leiser werden, wenn sich die Erwartung im Raum verdichtet, dann beginnt ein gemeinsamer Blick auf die Welt – durch die Linse der Kunst, durch Geschichten, die berühren, aufrütteln und verbinden. Das 35. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern ist genau ein solcher Moment: ein Ort der Begegnung, der Reflexion und der Hoffnung.
Mit 118 Filmen, zahlreichen Premieren und einem vielfältigen Rahmenprogramm bringt das Festival Menschen zusammen – Filmschaffende, Publikum, junge Talente und erfahrene Künstler:innen. Es ist damit nicht nur eines der größten Publikumsfestivals Ostdeutschlands, sondern vor allem ein kulturelles Highlight unseres Landes, das zeigt, wie lebendig, vielfältig und international Mecklenburg-Vorpommern ist. Film ist nie nur Unterhaltung. Film eröffnet einen politischen, sozialen und zutiefst menschlichen Erfahrungsraum. Er erzählt von Ungleichheit und Gerechtigkeit, von Verlust und Hoffnung, von Krieg und Frieden, und er schafft das, was in unserer Zeit so dringend gebraucht wird: Empathie.
Besonders eindrucksvoll wird dieser Anspruch im Eröffnungsfilm ‚Garten der Hoffnung‘ von Dieter Schumann sichtbar. Dieser Film ist ein zutiefst berührendes Zeugnis menschlicher Verbundenheit. Auf dem Großen Dreesch in Schwerin, mitten in einer Plattenbausiedlung, entsteht ein Ort, der zunächst unscheinbar wirkt: ein Garten. Doch was dort wächst, ist mehr als Gemüse. Es wächst Gemeinschaft. Der Film begleitet über 18 Monate hinweg Menschen, die oft am Rand unserer Gesellschaft stehen: ältere Menschen, sozial benachteiligte Menschen, einsame Menschen und Geflüchtete. Menschen, die oft vieles verloren haben – Sicherheit, Heimat, Zugehörigkeit. Und die in diesem Garten etwas wiederfinden: Würde, Teilhabe und menschliche Nähe. Hier wird Erde umgegraben und zugleich werden Grenzen überwunden. Zwischen Generationen. Zwischen Herkunftsländern. Zwischen Lebensgeschichten. Der Garten wird zu einem Ort, an dem Menschen sich begegnen, zuhören, voneinander lernen. Ein Ort, an dem aus Fremden Nachbar:innen werden.
Was diesen Film so besonders macht, ist seine leise Kraft. Er zeigt nicht spektakuläre Ereignisse, sondern das Alltägliche, und genau darin liegt seine politische Kraft. Denn er stellt eine zentrale Frage: Wie wollen wir zusammenleben? Die Antwort, die ‚Garten der Hoffnung‘ gibt, ist ebenso einfach wie radikal: durch Solidarität.
Ein Festival wie das Filmkunstfest zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig kulturelle Räume für unsere Demokratie sind. Doch diese Räume sind nicht selbstverständlich. Sie brauchen Förderung, Planungssicherheit und politische Wertschätzung. Es ist ein Festival der Begegnung – zwischen Leinwand und Publikum, zwischen Kunst und Alltag, zwischen Menschen. Es lädt uns ein, innezuhalten, zuzuhören und gemeinsam zu fühlen.
Die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern wünscht dem 35. Filmkunstfest einen erfolgreichen Verlauf, inspirierende Begegnungen und viele Momente, die Mut machen.“
