Defizite der elektronischen Patientenakte umgehend ausräumen
Zur bundesweiten Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Krankenversicherten ab dem heutigen Tag erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„Die elektronische Patientenakte (ePA), die ab heute verpflichtend eingeführt wird, ist unter vielerlei Hinsicht sinnvoll und bringt Vorteile mit sich. Ob zu Hause, im Urlaub oder auf Reisen, die Versicherten haben an jedem Ort innerhalb Deutschlands Zugriff auf ihre medizinischen Daten. Zudem wissen die behandelnden Ärzt:innen, mit wem sie es zu tun haben. So können unter anderem überflüssige Doppeluntersuchungen vermieden werden. Weiterhin bietet dies die Möglichkeit der Sicherung und Verbesserung der Behandlungsqualität, der Steigerung der Effizienz der medizinischen Versorgung sowie die Chance, Abläufe im Gesundheitssystem zu entbürokratisieren. Auch die Selbstbestimmung der Versicherten und deren Gesundheitskompetenz wird gestärkt, denn sie entscheiden, welche Daten gespeichert werden und wer Zugriff darauf haben soll.
Allerdings muss die elektronische Patientenakte voll funktionstüchtig und vor allem auch sicher sein. Deshalb hat meine Fraktion einen Antrag für die Landtagssitzung in der nächsten Woche vorbereitet und mit unserer Koalitionspartnerin eingebracht. Mit diesem fordern wir die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene weiterhin dafür einzusetzen, dass Defizite bei Anwendung und Einsatz der ePA umgehend abgestellt und Unklarheiten über die Nutzung der Gesundheitsdaten für die Forschung ausgeräumt werden. Ganz wichtig: die ePA muss auch für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Rettungsdienst nutzbar gemacht werden. Das Ziel einer verbesserten, möglichst reibungslosen Versorgung der Patientinnen und Patienten über alle Bereiche des Gesundheitswesens durch den Einsatz der ePA ist unbedingt zu unterstützen.“
