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Antisemitismus gemeinsam entgegenwirken – Hinschauen statt wegsehen

Jeannine RöslerPressemeldungen

Zur Handreichung „Umgang mit Antisemitismus – für den Einsatz in Grundschule und Orientierungsstufe in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:  

„Antisemitische Vorurteile, Diskriminierung und Gewalt sind leider keine Randerscheinungen, sondern Teil einer gesellschaftlichen Realität – auch an unseren Schulen. Mit der Handreichung, die in Zusammenarbeit des Anne Frank Zentrums mit dem Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungsministerium sowie dem Antisemitismusbeauftragten des Landes, Nikolaus Voss, entwickelt wurde, steht ein praxisnahes, pädagogisch fundiertes und altersgerechtes Material zur Verfügung. Es richtet sich gezielt an pädagogische Fachkräfte in den Klassenstufen 1 bis 6 und verfolgt einen ganzheitlichen, präventiven sowie intervenierenden Ansatz.

Die Materialien greifen drei zentrale inhaltliche Schwerpunkte auf: Erstens wird die Lebensrealität von Jüdinnen und Juden in Mecklenburg-Vorpommern damals und heute beleuchtet. Dabei kommen biografische Zugänge zur Anwendung, etwa über Postkarten aus jüdischen Ferienlagern in der DDR oder über die Darstellung jüdischen Familienlebens in Rostock, Schwerin und ländlichen Regionen. Zweitens wird die Auseinandersetzung mit antisemitischen Vorurteilen und Diskriminierungsformen thematisiert – differenziert nach historischen und aktuellen Erscheinungsformen wie Antijudaismus, modernen Verschwörungsmythen, israelbezogenem Antisemitismus und Post-Shoah-Verharmlosung. Drittens widmen sich die Materialien dem Holocaust mit sensiblen, altersgerechten methodischen Zugängen, die Empathie und historisches Verständnis fördern, ohne zu überfordern.

Die beigefügte Methodensammlung bietet eine Vielzahl erprobter Formate: etwa ein interaktives Quiz zu den Religionen Christentum, Judentum und Islam, das Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar macht und stereotype Zuschreibungen hinterfragt. Darüber hinaus gibt es Arbeitsblätter und Materialien zur Biografiearbeit oder zu jüdischem Alltag in Mecklenburg-Vorpommern in verschiedenen historischen Epochen. Besonders hervorzuheben sind auch Übungen zur Selbstreflexion für Lehrkräfte, die anregen, eigene Bilder und Wissenslücken in Bezug auf jüdisches Leben und Antisemitismus kritisch zu hinterfragen.

Der große Wert dieser Handreichung liegt nicht allein in der Vermittlung von Wissen, sondern in der Verbindung von Haltung, Handlungskompetenz und Bildungsarbeit auf Augenhöhe. Gerade in der Grundschule, wo Kinder beginnen, Weltbilder zu entwickeln und erste Erfahrungen mit Vielfalt und Ausgrenzung machen, braucht es eine Pädagogik, die diskriminierungssensibel, partizipativ und reflektiert arbeitet. Die vorliegenden Materialien bieten dafür eine hervorragende Grundlage.“

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