Brandschutz für Stallbauten wird erhöht

Zur Richtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an den Brandschutz in Tierhaltungsanlagen erklärt der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dirk Bruhn

„Es hat lange gedauert, aber nun liegt endlich eine Richtlinie vor. Die Brandkatastrophe in Alt Tellin ist drei Jahre her. Sie geschah faktisch vor meiner Haustür und ich werde die Bilder nie vergessen. Rot-Rot hat vereinbart, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Mit der Richtlinie werden Anforderungen an den Brandschutz beim Bau von Tierhaltungsanlagen konkretisiert und vereinheitlicht, die ansonsten ausschließlich in Brandschutzkonzepten für das jeweilige Bauvorhaben verankert wären. Das erleichtert Planung und Genehmigung erheblich. Die Anforderungen gelten hauptsächlich für neu zu errichtende Tierhaltungsanlagen, sind aber auch bei wesentlichen Änderungen bestehender Anlagen zu prüfen.

Es ist bedauerlich, dass das Bemühen Mecklenburg-Vorpommerns um bundesweit einheitliche bauaufsichtliche Vorschriften nicht erfolgreich war. Analog der Muster-Industriebau-Richtlinie wäre eine gesonderte Richtlinie für Tierhaltungsanlagen ideal gewesen. Höhere Anforderungen gehen auch mit höheren Baukosten einher. Bundesweit einheitliche Vorschriften wären in Bezug auf wirtschaftliche Auswirkungen beim ohnehin hohen Marktdruck zielführender gewesen.“

Hintergrund. Künftig ist eine erheblich höhere Löschwasserversorgung sicherzustellen. Forderungen für Brandabschnitte und frühzeitige Alarmierung sind einzuhalten. Befahrbare Umfahrten um Tierhaltungsanlagen ab 3000 m2 Nutzfläche, Ausgänge für die Tierrettung und Öffnungen für die Brandbekämpfung sind vorzusehen. Außerdem werden konkrete Betreiberpflichten festgelegt. Die Brandverhütung und Brandvorsorge hat oberste Priorität, auch weil Tiere in Panik sich erfahrungsgemäß eher verkriechen als aus dem Stall flüchten.

Die Richtlinie entstand unter Einbeziehung von Brandschutzexperten, Praktikern des Landesfeuerwehrverbandes sowie bereits bei Bränden von Tierhaltungsanlagen tätigen Freiwilligen Feuerwehren. Auch alle relevanten Verbände wurden angehört. Es besteht weitgehend Konsens.