Bei der Bekämpfung von Tierseuchen müssen alle an einem Strang ziehen

Elke-Annette SchmidtPressemeldungen

Zum Antrag „Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern sichern – Afrikanische Schweinepest und Geflügelpest wirksam bekämpfen“ erklärt die Sprecherin für Ländliche Räume der Linksfraktion, Elke-Annette Schmidt:

„Seit Jahren werden Wild- und Nutztierbestände immer wieder von der Geflügelpest befallen. Seit wenigen Wochen ist auch die Afrikanische Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Neben dem Leid der Tiere und dem Töten betroffener Bestände ist es sowohl emotional als auch wirtschaftlich ein Desaster für die Tierhalterinnen und Tierhalter. Das gilt nicht allein für unmittelbar betroffene Betriebe, auch gesunde Bestände in Regionen mit Seuchengeschehen haben es schwer, Schlachtbetriebe zu finden und ihre Produkte zu vermarkten. Märkte brechen weg, Preise decken nicht mehr die Kosten, Betriebe geben auf. Das muss ein Ende haben, damit Schweine- und Geflügelhaltung eine Zukunft haben und Tierwohl stärker in den Fokus rückt.

Deshalb muss sich der Bund bei der Bekämpfung von Tierseuchen stärker engagieren. Er muss sich endlich an den Kosten für Prävention und Bekämpfung des Seuchengeschehens beteiligen und auch die Folgekosten mittragen. Das können einzelne Bundesländer nicht weiterhin allein stemmen. Schutzzäune konnten in Mecklenburg-Vorpommern nicht verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest in einem Betrieb und bei mehreren Wildschweinen festgestellt wurde. Vorbeugung muss weiterhin oberste Priorität haben. Und bei Seuchenfällen muss alles getan werden, um weitere Ausbrüche zu verhindern. Das muss nationale Aufgabe werden.

Ebenso wichtig ist es, dass an Medikamenten geforscht wird, die diese Krankheiten verhindern und abschwächen. Begrenzte Ressourcen müssen geschützt und dürfen nicht verschwendet werden. Für Tierhaltung werden auch Flächen und Wasser verbraucht. Eine seuchenbedingte Tierentsorgung statt Verwertung als Nahrung dürfen wir uns nicht länger leisten.

Beim Krisenmanagement im Land haben Verwaltung, Jägerschaft und landwirtschaftliche Interessenverbände gut zusammengearbeitet. Allerdings müssen wir rechtzeitig ausloten, wo personelle Verstärkung erforderlich ist und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen, wenn sich das Seuchengeschehen noch stärker verbreitet.“