MV Tourismus GmbH – Chancen für strategische Neuausrichtung
Zur Gründung der „MV Tourismus GmbH“ erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„Nach dem Vertrauensverlust und den Ermittlungen rund um die Verwendung von Fördermitteln beim Tourismusverband, steht die Branche mit ihren Strukturen an einem Wendepunkt. Die Chancen, die sich mit der Neuordnung des touristischen Landesmarketings eröffnen, müssen zwingend für eine strategische Neuaufstellung genutzt werden. Auch im Tourismus stehen wir vor einigen Herausforderungen, wir dürfen uns nicht von guten Besucherzahlen blenden lassen. Die Realität zeigt: Die Buchungen werden kurzfristiger, die Aufenthaltsdauer nimmt ab, die Konsumfreude sinkt – und die Branche schlägt Alarm. Die Menschen spüren die Inflation und die damit einhergehenden Teuerung, sie drehen jeden Euro zweimal um.
Meine Fraktion bleibt bei ihrer Forderung: Wir brauchen vorrangig gute Löhne! Gute Löhne schaffen Kaufkraft, sichern Fachkräfte und stärken die Binnennachfrage – gerade in einem Tourismusland wie Mecklenburg-Vorpommern.
Der Rückgang im Kinder- und Jugendtourismus ist besorgniserregend. Wir verlieren nicht nur Übernachtungen – wir verlieren die Gäste von morgen! Wer als Kind schöne Ferien, Zeltlager oder Klassenfahrten bei uns erlebt hat, kommt als Erwachsener wieder. Doch inzwischen sind über 20 Übernachtungsstätten geschlossen, viele davon in freier oder gemeinnütziger Trägerschaft. Dieser Entwicklung können und dürfen wir nicht tatenlos zusehen.
Kinder- und Jugendtourismus ist nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, er bietet auch Möglichkeiten der Bildung und der sozialen Teilhabe. Gerade in Zeiten, in denen sich rechtsextreme Radikalisierung unter Jugendlichen ausbreitet, brauchen wir mehr pädagogisch begleitete Angebote – nicht weniger. Wir brauchen Räume, in denen junge Menschen Gemeinschaft, Demokratie und Zusammenhalt erleben können. Der Kinder- und Jugendtourismus muss deshalb gestärkt werden – ressortübergreifend und mit klarer politischer Verantwortung. Die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen ist keine Zuständigkeitsfrage, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“
