Handwerk und Ausbildung stärken – Informationslücken schließen

Jeannine RöslerPressemeldungen

Zum heutigen Ausbildungsstart im Handwerk erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:

„Wir wünschen allen Jugendlichen, die heute ihre Ausbildung im Handwerk beginnen, viel Erfolg auf ihrem Weg. Es ist erfreulich, dass die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Die 2024 eingeführte Praktikumsprämie zeigt offenbar Wirkung. Danach erhalten Schülerinnen und Schüler, die in den Ferien in einem Handwerksbetrieb jobben, eine wöchentliche Prämie in Höhe von 120 Euro. Das hat mehr Jugendliche motiviert, sich für das Handwerk zu entscheiden. Dennoch haben wir auch in M-V mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Deshalb wird das Land weiterhin junge Menschen bei der Berufsorientierung und Unternehmen bei der Besetzung der Plätze unterstützen, um Fachkräfte von morgen zu sichern.

Eine jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigt den Handlungsbedarf:

  • 86 Prozent der Jugendlichen sehen in der Berufsausbildung eine solide Basis für ihre Karriere – dennoch findet nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland genügend Bewerbungen, viele Plätze bleiben unbesetzt.
  • 95 Prozent der Jugendlichen wollen vorab Informationen über Ausbildungsvergütung und Bewerbungsverfahren. Aber nur knapp 60 Prozent der Unternehmen geben ihre Vergütung transparent an, und weniger als die Hälfte informiert über den Ablauf des Bewerbungsverfahrens.
  • Ein gutes Betriebsklima ist für 97 Prozent der Jugendlichen das wichtigste Attraktivitätsmerkmal – ein Punkt, bei dem die Erwartungen von Jugendlichen und Betrieben übereinstimmen.

Das neue Konzept zur Beruflichen Orientierung, das ab Schuljahr 2025/2026 flächendeckend greift, setzt genau hier an. Orientierungbeginnt künftig bereits in der Kita. Praxisnahe Projekttage, realistische Berufsbilder und eine stärkere Einbindung der Eltern legen ein solides Fundament. Mit Maßnahmen wie ‚Mission ICH‘ in der Sekundarstufe sowie zusätzlichen Angeboten sollen Jugendliche möglichst drei verschiedene Berufsfelder kennenlernen und passende Stärken entdecken. Wichtig bleibt dabei, dass Ausbildungswege verlässlich, fair vergütet und wohnortnah erreichbar sind.

Die Studien zeigen auch: Viele Jugendliche mit Hauptschulabschlusssind besonders interessiert an einer Ausbildung, schätzen ihre Chancen aber am schlechtesten ein – trotz vieler offener Ausbildungsstellen, die genau diesen Abschluss voraussetzen. Wir setzen uns dafür ein, dass kein junger Mensch zurückgelassen wird und bauen dabei u. a. auf Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Beratung, Fortbildungen und digitale Materialien.

Unser Ziel bleibt: Jeder junge Mensch verdient eine faire Chance auf Ausbildung – und jedes Unternehmen braucht die Fachkräfte von morgen. Damit das gelingt, müssen wir Informationslücken schließen, Ausbildungsbedingungen verbessern und die berufliche Orientierung weiter stärken.“