Robuster Arbeitsmarkt darf Blick auf die Herausforderungen nicht verstellen

Zum heute veröffentlichten Arbeitsmarktbericht Mai 2024 erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Wenn in schwierigen Zeiten die Zahl der Arbeitslosen sinkt, kann man zweifellos von einem robusten Arbeitsmarkt sprechen. Im Mai dieses Jahres waren im Land 62 700 Menschen und damit 2000 wenige als im Vormonat arbeitslos gemeldet.

Allerdings zeigt sich auch in unserem Land ein Paradoxon. So haben wir auf der einen Seite Fach- und Arbeitskräftemangel, auf der anderen Langzeitarbeitslosigkeit und fehlende soziale Teilhabechancen. Insbesondere von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen haben es weiterhin schwer, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Entwicklung der zurückliegenden drei Monate lässt kaum Veränderungen erkennen. Die Zahl liegt konstant bei mehr als 24 000 Personen.

Eine solcher Zustand kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Deshalb hat sich die Linksfraktion für die finanzielle Unterstützung der Beschäftigungsgesellschaften im Land stark gemacht. Verschwinden diese und andere Träger aufgrund kurzlebiger Förderzyklen oder der Reduzierung beschäftigungsfördernder Maßnahmen vom Markt, bedeutet dies für viele Menschen letztlich geringere Teilhabe- und Integrationschancen. Diese Zielgruppe läuft damit Gefahr, dauerhaft vom Arbeitsmarkt abgehängt zu werden. Damit eine solche Entwicklung vermieden wird, müssen die Jobcenter dauerhaft so ausgestattet werden, dass sie ihrem Integrationsauftrag auch nachkommen können. Wiederholte Diskussionen zur Kürzung der Mittel im Kontext der Haushaltsaufstellung im Bund sind deshalb unangebracht und kontraproduktiv.“