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Lehrerzimmer statt „Lererzimmer“ – Digitalisierung verpennt

Zur einer Anzeige des Anbieters „schul.cloud®“ in der heutigen Ausgabe der Ostseezeitung erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„‚Endlich eine Schulcloud für alle.‘ Damit wirbt der Anbieter ‚schul.cloud®‘ der MADSACK-Mediengruppe. Mitten in der Anzeige prangt ein Smartphone mit einem Chat ‚Lererzimmer‘. Es bleibt zu hoffen, dass es hier nur mit der Rechtschreibung hapert und nicht mit der technischen Umsetzung. Haben wir es hier bereits mit einer Folge des allgemeinen Bildungsnotstandes in Deutschland zu tun?

Diese Anzeige offenbart gravierende Mängel im Bildungswesen von Mecklenburg-Vorpommern. Es ist verheerend, dass private Anbieter den Schulen unter die Arme greifen müssen, weil es das Bildungsministerium bis heute nicht geschafft hat, allen Schulen im Land eine einheitliche digitale Lernplattform zur Verfügung zu stellen.

Die Bildungsministerin hat die Notwendigkeit der Digitalisierung an den Schulen lange verdrängt und verpennt. Anstatt an den Schulen eine einheitliche digitale Lösung zu schaffen, müssen die Schulen immer noch mit Schiefertafeln und Overheadprojektoren hantieren. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich beim elektronischen Lernen selbst zu helfen. Das führt zu einem unüberschaubaren Flickenteppich. Und viel zu oft kommen die kleinen Insellösungen der Schulen an ihre Grenzen oder geben den Geist gänzlich auf.

Wir erwarten zum Beginn des neuen Schuljahres, dass Schulen mit landeseinheitlichen Lösungen in die Lage versetzt werden, den Unterricht nicht nur in Krisenzeiten digital sicherstellen zu können. Die Bildungsministerin muss in die Puschen kommen, damit auch die Schulen im digitalen Zeitalter ankommen können.“


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