Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Das Land ist auf dem Weg zu guter bedarfsgerechter Kita

Jeannine Rösler
LandtagsabgeordneteJeannine RöslerTyp/RubrikPressemeldungen

Zum aktuellen „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jeannine Rösler:

„Die Voraussetzungen in den Ländern weichen sehr voneinander ab – insbesondere die Unterschiede zwischen den ost- und westdeutschen Ländern sind signifikant. In den westlichen Bundesländern fehlen Hunderttausende Kita-Plätze, in Mecklenburg-Vorpommern gar keiner. Wir haben bei uns eine dreifach höhere Betreuungsquote als im Westen und spürbar längere Betreuungszeiten, auch keine Pausen über die Mittagszeiten wie häufig im Westen. Die Fachkraftquote in Mecklenburg-Vorpommern ist unschlagbar, gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sind ein großes Pfund und für die qualitativ gute Förderung der Kleinen enorm wichtig. Bei uns erhält jedes Kind einen Platz – und das kostet die Eltern keinen Cent. Kleinere Gruppen wie im Westen sind erstrebenswert – aber nicht zum Preis von kürzeren Betreuungszeiten, teilweise hohen Gebühren, weniger Fachpersonal und oft langen Wartelisten. Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Zu Recht benennt die Studie den Personalschlüssel und die Entlastung der Beschäftigten als größte Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung und mahnt Verbesserungen an. Beiden Themen stellt sich die Landesregierung mit großem Engagement. Wir haben auch mit der Gebührenfreiheit der Kita gute Voraussetzungen, darauf bauen wir auf und stecken jeden Cent in die Verbesserung der Qualität in den Kitas. Schritt für Schritt wird frühkindliche Bildung gestärkt, die Ausbildung zum Erzieher und zur Erzieherin wird attraktiver, das Fachpersonal entlastet. Diesen Kurs verfolgen wir weiter, ganz praktisch und mit konkreten Maßnahmen.“

Hintergrund: Die aktuellen Zahlen zeigen, dass bereits von den Einjährigen 78 Prozent eine Kindertagesbetreuung besuchen, während bei den Dreijährigen die Teilhabequote bei beeindruckenden 94 Prozent liegt. Diese Werte sind im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich und belegen das Engagement Mecklenburg-Vorpommerns für die frühkindliche Bildung.

In Bezug auf Schulkindbetreuung zeigt Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls positive Entwicklungen. Von den unter elfjährigen Schulkindern nehmen 77 Prozent ein Hortangebot in Anspruch, was im Vergleich zu bundesweit 16 Prozent deutlich höher ausfällt.

Der Anteil pädagogischen Personals mit einem Fachschulabschluss liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei herausragenden 84 Prozent, während der westdeutsche Durchschnitt 65 Prozent beträgt. Das zeugt von der hohen Qualität der pädagogischen Betreuung in Mecklenburg-Vorpommern.“