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Trotz Wandel am Ausbildungsmarkt weitere Anstrengungen notwendig!

Trotz der sich aufgrund jahrelanger Abwanderung und sinkender Geburtenzahlen deutlich veränderten Situation auf dem Ausbildungsmarkt sind nach Ansicht des arbeitsmarktpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Henning Foerster, alle Anstrengungen erforderlich, die Ausbildung im Land zu stärken.  

Aus einer Kleinen Anfrage von Foerster an die Landesregierung geht hervor, dass 2006/2007 von 17 261 Berufsausbildungsstellen im Land noch

10 707 auf betriebliche und 6554 auf außerbetriebliche Ausbildungsplätze entfielen. 2010/2011 waren es  nur noch 12 661 Berufsausbildungsstellen,

10 990 betriebliche und lediglich noch 1671 außerbetriebliche. Ein umgekehrtes Bild zeigt die Entwicklung bei den unbesetzten Ausbildungsstellen. Konnten 2006/2007 lediglich 486 Ausbildungsplätze nicht vergeben werden, stieg ihre Zahl bis 2010/2011 auf 1193 an.

„Die Statistik darf nicht dazu verleiten, den Ausbildungsmarkt zu vernachlässigen“, sagte Foerster am Dienstag. Wer im Konkurrenzkampf um die Fachkräfte von morgen bestehen wolle, der müsse auch attraktive Ausbildungsvergütungen bieten. „Aber noch liegt die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung mit 612 Euro im Osten deutlich hinter der im Westen mit 688 Euro“, so Foerster. Zudem pendelten auch 2010 noch 3111 von 33 851 Auszubildenden, weil kein wohnortnaher Ausbildungsplatz zur Verfügung stand.

Nach Ansicht von Foerster belegen auch die Teilnehmerzahlen im Landesprogramm „Jugendberufshilfe“ und an den Produktionsschulen des Landes die anhaltenden Probleme am Ausbildungsmarkt. Beide Programme richten sich an sozial benachteiligte Jugendliche, die besonderer Betreuung bedürfen, und sollen unter anderem deren Sozialkompetenz verbessern. Ziel ist die Vermittlung in eine berufliche Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt. Mit 2400 Teilnehmern nahmen im Jahr 2010 mehr Jugendliche das Angebot der Jugendberufshilfe wahr als 2007 mit 1765 Teilnehmern. Auch die Zahl der jungen Menschen an den Produktionsschulen mit 696 im Jahr 2010 gegenüber 698 im Jahr 2007 ist stabil geblieben.

„Darüber hinaus ist die Zahl der Ausbildungsabbrüche in Mecklenburg- Vorpommern anhaltend hoch“, sagte Foerster. 2007 wurden bei 42 171 Auszubildenden 4439 Abbrüche registriert. Obwohl die Zahl der Auszubildenden bis 2010 auf 28 787 zurückging, blieb die Zahl der Abbrüche mit 4 040 anhaltend hoch. Nur knapp die Hälfte der Ausbildungsabbrecher schließt einen neuen Ausbildungsvertrag ab.

„All dies verdeutlicht, dass das Engagement für die Integration von Jugendlichen verstärkt werden muss“, betonte Foerster. Aber auch die Ausbildungsbetriebe müssten ihrer Verantwortung stärker gerecht werden. „In den vergangenen Jahren konnten sie sich die ‚besten‘ Jugendlichen aussuchen. In der Folge verdrängten vielfach Abiturienten Regelschüler aus den Berufen, die eigentlich auf den Abschluss mittlere Reife ausgelegt waren.“ Jetzt sei ein Umdenken gefragt, jede Schulabgängerin und jeder Schulabgänger muss eine Chance erhalten.  

Durch zielgerichtete Berufsfrühorientierung sollten Schüler und Betriebe bereits ein oder zwei Jahre vor Schulabschluss die Gelegenheit bekommen, sich kennenzulernen. „Viele Schülerinnen und Schüler empfinden die praktische Arbeit im Betrieb viel motivierender als die eher theoretische Ausbildung an der Schule. Die Chance, dass so der sprichwörtliche Knoten platzt, liegt um ein Vielfaches höher“, so Foerster.


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