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Schönfärberei der Situation in den Kitas muss aufhören

Zur gemeinsamen Presseerklärung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese zum Besuch einer Kita im Rahmen ihrer Sommertour erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

Ich warne vor Schönfärberei bezüglich der Situation der Kindertagesförderung in M-V. Den Aussagen der Sozialministerin hinsichtlich einer hohen Qualität in den Kitas unseres Bundeslandes muss ich deutlich widersprechen. Die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen gehen auf dem Zahnfleisch. Fachkräftemangel herrscht, so weit das Auge reicht. Assistenzkräfte ersetzen die Pädagogen, die nicht mehr da sind. Gruppen müssen schließen oder können nicht eröffnet werden. Das Fachkräftegebot wurde mit der Aufnahme weiterer Berufe, wie Physiotherapeuten, Tanzpädagogen und Hebammen in den Fachkräftekatalog weiter aufgeweicht. Auszubildende werden auf den Fachkräfteschlüssel angerechnet und betreuen Gruppen spätestens ab dem 2. Lehrjahr alleine. Das spricht nicht für Qualität, das spricht für Verzweiflung. Die Landesregierung hat die Ausbildungsplatzplanung jahrelang vernachlässigt. Als Notlösung wird nun der Fachkräfteschlüssel immer weiter unterwandert. Das alles auf Kosten der Pädagogen, Kinder und Familien. Das ist keineswegs zu akzeptieren. Im Rahmen der aktuellen Befassung mit der Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes muss die Qualität in den Kitas geregelt und deutlich verbessert werden.

Das Vorzeigeprojekt von Ministerpräsidentin Schwesig - die kostenfreie Kita - soll mit einiger Verzögerung nun auch im Jahr 2020 in Mecklenburg-Vorpommern kommen. Was lange währt, wird endlich gut. Denn vom Versprechen der Landesregierung bis zur Umsetzung dauerte es mehr als ein Jahrzehnt. Dieses Zugeständnis erforderte einigen Druck von der Linksfraktion und aus der Öffentlichkeit. Die Unnachgiebigkeit hat sich gelohnt. Doch mit Blick über die Landesgrenzen hinweg zeigt sich, dass M-V wieder einmal fast Bummelletzter ist. Andere Bundesländer sind deutlich weiter und haben die kostenfreie Kita bereits ganz oder in weiten Teilen umgesetzt, so zum Beispiel Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz.“


PRESSEKONTAKT:

Pressesprecherin
Claudia Schreyer
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