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Linksfraktion präsentiert Entwurf eines Lehrerbildungsgesetzes

Die Linksfraktion hat heute gemeinsam mit Praktikern der Lehrerbildung an den Universitäten Rostock und Greifswald, Dr. paed. Olaf Klevenow und Dr. Martin Buchsteiner, vor der Landespressekonferenz einen Entwurf des Lehrerbildungsgesetzes präsentiert. Dazu erklären die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, sowie der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Karsten Kolbe:

Oldenburg: „Der Mangel an Lehrkräften spitzt sich immer weiter zu und hat inzwischen ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Allein zwischen 2014 und 2019 haben wir 1800 erfahrene Lehrkräfte verloren, die vorzeitig aus dem Schuldienst ausgeschieden sind. Immer noch verlassen viele angehende Lehrkräfte das Land, weil sie in M-V auf einen Referendariatsplatz nach dem Studium warten müssen, oder weil Stellen außerhalb unserer Landesgrenzen etwa mit weniger Wochenstunden attraktiver sind.

Die Maßnahmen in der jüngsten Novelle des Lehrerbildungsgesetzes durch die Landesregierung sind nicht aufeinander abgestimmt und völlig unzureichend, Verbesserungen in der Ausbildung von Lehrkräften herbeizuführen. Dieses Gesetz sieht keine reguläre Verkürzung des Referendariats vor und auch das Praxissemester fehlt. Auf diese Weise wird es Mecklenburg-Vorpommern nicht gelingen, die erforderlichen Lehrerinnen und Lehrer zu gewinnen.“

Kolbe: „Der Landesregierung sind die Versäumnisse der vergangenen Jahre hinlänglich bekannt. Eine Studie aus dem Jahr 2018 offenbarte die hohe Anzahl an Abbrüchen des Lehramtsstudiums. Mehr als jede dritte angehende Lehrkraft für das Gymnasium brach ihr Studium ab, bei den zukünftigen Sonderpädagoginnen und -pädagogen waren es sogar zwei von dreien. Beim Grundschullehramt schmiss rund die Hälfte vorzeitig das Handtuch und bis zu 85 Prozent beenden nicht ihr Studium für das Lehramt an Regionalen Schulen.

Es wird nicht gelingen, den zunehmenden Mangel an Lehrkräften allein durch Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger zu kompensieren. Ihnen fehlen häufig die pädagogischen, psychologischen und didaktischen Voraussetzungen, um vor den Klassen zu bestehen. Zudem wird das grundständige Lehramtsstudium abgewertet. Die Fehlentwicklungen lassen sich nur korrigieren, wenn die gesetzliche Grundlage für die Ausbildung der Lehrkräfte gründlich überarbeitet und den veränderten Bedingungen angepasst wird.“


PRESSEKONTAKT:
 

Claudia Schreyer
Pressesprecherin


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