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Dr. Wolfgang Weiß: Wiederansiedelung des Baltischen Störs

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

irgendwie scheint es kein Ende zu nehmen mit den ganzen Viehchern. Kaum eine Parlamentssitzung vergeht, in der wir uns nicht mit einer bestimmten Spezies beschäftigen. Es scheint, wir lassen den „gefilmten Brehm“ durch eine Art „parlamentarischen Brehm“ wieder auferstehen.

Manchmal geschieht das ja durchaus amüsant. Erinnern wir uns an die parlamentarische Sternstunde vor einem Jahr, als der Dorsch einen kollektiven Lach-Flasch auslöste. Manchmal geschieht das aber auch durchaus bedenklich, wenn einige Kollegen zur Lösung für bestimmte Probleme sofort und ausschließlich ans Abschießen denken.

Dieses Mal ist der Anlass der Debatte aus Sicht meiner Fraktion allerdings mehr als gerechtfertigt. Die Wiederansiedlung des Baltischen Störs ist ein Anliegen, dass sicher partei- und länderübergreifend ein unstrittiges Ziel ist. Zumindest was die Ostseeanrainer betrifft.

Mit diesem Ansiedlungsprogramm soll unter anderem ein schwerer Fehler unserer Vorfahren korrigiert werden, die den Baltischen Stör vollständig ausgerottet hatten. Das wurde auch durch einen klimatischen Umstand begleitet: Der Europäische Stör wurde – es begann vor mehr als 1000 Jahren – durch den genetisch sehr eng verwandten Atlantischen Stör während der sog. „Kleinen Eiszeit“ verdrängt. Im Zusammenwirken beider Prozesse unterschritt die Population irgendwann den Grenzwert ihrer Arterhaltung. So lassen sich jedenfalls neuere wissenschaftliche Erkenntnisse interpretieren.

Im Jahre 2005 starte nun der Versuch, mit 20 adulten Tieren aus Kanada eine neue Population des Baltischen Störs aufzubauen.

Trotz aller bisheriger Erfolge kann man aber noch nicht von einer Population sprechen, die selbsterhaltend ist, geschweige denn sich in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Das sollte aber letztlich das Ziel dieses Programms sein.

Meine Fraktion unterstützt den vorliegenden Antrag. Die geforderten Maßnahmen machen Sinn. Wir müssen die Geduld (und eben auch die notwendigen finanziellen Mittel) aufbringen, um einen dauerhaften und nachhaltigen Erfolg zu erzielen.

Der Stör gehört wieder in die Ostsee.

Danke…


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Hanno Harnisch
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