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Dr. Wolfgang Weiß: Robbenpopulation untersuchen

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

um es vorweg zu sagen: Ich verstehe das Anliegen Ihres Antrag.

In der Begründung schrieben Sie, Kollege Wildt, dass Sie die Gründe für das aus Ihrer Sicht erhebliche Robbensterben herausfinden wollen, um so geeignete Maßnahmen für einen gesunden Robbenbestand herauszufinden und so in die Wege zu leiten.

Sonst hört man ja immer nur andere Töne von CDU, BMV, AfD oder den örtlichen Stellnetzfischern rund um Rügen, die da einen Managementplan für die Kegelrobbe in der westlichen Ostsee fordern, um dieses geschützte Tier in seinem hiesigen Bestand zu dezimieren.

Meine Frage an Sie ist, ob dieser Antrag in irgendeiner Weise dazu beitragen kann, um Robbensterben zu verhindern? Das sehen meine Fraktion und ich durchaus anders.

Ich bin der festen Überzeugung, ohne Biologe zu sein, dass das Bestimmen der verwandtschaftlichen Verhältnisse der toten Robben untereinander nichts über die Probleme der Fischer aussagt oder die genaue Todesursache zum Beispiel der vielen toten Robben in hiesigen Gefilden im Herbst/Winter 2017 klären kann.

Die Fälle in 2017 waren höchstwahrscheinlich menschengemacht. Nach Einschätzung von Michael Dähne, Kurator für Meeressäuger am Meeresmuseum in Stralsund, sind diese Tiere ertrunken. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet, Untersuchungen und Vernehmungen durchgeführt. Letztendlich konnte man den Verdacht gegen einen Fischer nicht hinlänglich nachweisen und hat das staatsanwaltliche Verfahren eingestellt.

Übrigens ist das Meeresmuseum in Stralsund für alle Fälle von Totfunden von Meeressäugern zuständig. Sie untersuchen die Todesursachen von Kegelrobben, Schweinswalen und anderen Walen, die in unseren Gewässern verenden oder getötet werden.

Und mal so am Rande: Die im letzten Jahr gefundenen Kegelrobben wurden nicht nur auf alle möglichen Krankheiten untersucht, sondern auch genetisch bestimmt.

Was soll uns also der Antrag der BMV sagen oder was kann mit Hilfe dieses Antrags verbessert werden, außer dass mehr öffentliches Geld ausgegeben werden soll? Meine Fraktion und ich können da leider nichts finden.

Wir lehnen den Antrag ab.


PRESSEKONTAKT:

Pressesprecherin
Claudia Schreyer
Tel. 0385 / 52 52 502
Fax 0385 / 52 52 547
E-Mail: c.schreyer@dielinke.landtag-mv.de