Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Skip to main content

Dr. Wolfgang Weiß: Neuregelung beim Umgang mit dem Wolf

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

und täglich grüßt der Murmel… äh …Wolf, ist man glatt versucht zu beginnen…

In den letzten Wochen kochte wieder einmal das Thema Wolf hoch,

ausgelöst durch erhebliche Rissschäden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie durch Diskussionen in der Agrarministerkonferenz, im Bundesrat und im Bundestag. Wieder brachten sich Naturschutz und Weidetierhaltung gegeneinander in Stellung und reflektorisch springt Herr Borschke an…
Nun, das ist nicht nur sein gutes Recht, sondern auch seine Pflicht, wenn es um gute Lösungen für echte Probleme geht…

Aber unabhängig davon, wie oft wir uns in den letzten zwei Jahren mit diesem ernsten Thema beschäftigt haben –

Weder hat sich an der Sachlage qualitativ etwas gravierend geändert, noch legt Herr Borschke neue Vorschläge auf den Tisch. Da war ja die OZ von Montag informativer!

Andere gehen da ganz anders heran. Die Bundestagsfraktion DIE LINKE z.B. sucht praktikable Wege zum pragmatischen Umgang mit der sich gut – manche sagen, zugut – entwickelnden Wolfspopulation in Deutschland.

Sie gab zum Beispiel ein Gutachten beim wissenschaftlichen Dienst des Bundestages in Auftrag, um eine Bewertung der Vorschläge des Bauernbundes vornehmen zu lassen, sogenannte wolfsfreie Zonen in Deutschland zu ermöglichen. Ich erinnere nur mal daran, dass bis vor wenigen Jahren ganz Deutschland eine einzige Wolfsfreie Zone war, da unsere Vorfahren dieses Raubtier aus ganz eigennützigen Gründen hierzulande ausgerottet hatten.

Ich halte es lieber mit den Forderungen meiner geschätzten Bundestagskollegin Dr. Tackmann, die erst vorige Woche zum Thema sagte (ich zitiere):

„Die Ausweisung einer wolfsfreien Zone auf Gemeindeebene widerspricht schon den Vorgaben der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und ist damit rechtlich nicht zulässig…“

Zwischenbemerkung: Der Wolf kennt und akzeptiert keine administrativen Grenzen, weder auf nationaler Ebene noch auf Ebene der Länder – und schon gar nicht bei Kommunen!

Zitat weiter: „Das entlarvt die Kampagne des Bauernbundes als das, was sie ist:

reiner Populismus auf Kosten der Weidetierhaltungen…

Der Wolf dient lediglich als Sündenbock für eine völlig verfehlte Agrarpolitik, die die … Weidetierhalter seit Jahren im Stich lässt. Verhaltensauffällige Wölfe können bereits jetzt entnommen werden. Diese Debatte ist eine Phantomdiskussion und Jagd auf Pappkameraden, die nur von der dringend notwenigen Debatte ablenkt, dass endlich ein Rechtsanspruch auf Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen gebraucht wird und eine angemessene Schadensregulierung.

Wir müssen zurückfinden zum Kern der Debatte – der existenziellen Not in der Weidetierhaltung.

DIE LINKE fordert hier ganz klar bundeseinheitliche und vollumfänglich finanzierte Herdenschutzmaßnahmen.

Zudem brauchen wir eine Agrarpolitik, die die Weidetierhaltung als gesellschaftlich wichtige Arbeit wertschätzt. Zu dieser Wertschätzung gehören die Einführung einer Weidetierprämie und die verstärkte Förderung von Biotopverbunden. Denn diese Flächen wie zum Beispiel Randstreifen an Äckern, Wäldern und Gewässern sind wichtige Voraussetzungen für wandernde Schafe.“

(Ende Zitat Tackmann).

Zusammen mit den Ausführungen des Ministers möchte ich es dabei bewenden lassen. Meine Fraktion lehnt den Antrag ab.


PRESSEKONTAKT:

Pressesprecherin
Claudia Schreyer
Tel. 0385 / 52 52 502
Fax 0385 / 52 52 547
E-Mail: c.schreyer@dielinke.landtag-mv.de