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Dr. Wolfgang Weiß: Kormoranverordnung ausweiten – Fischbestände und Fischerei besser schützen

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

nun soll es nach dem Willen der AfD endlich dem Kormoran an den Kragen gehen. Der Schutz der Fischbestände und der Fischerei soll dabei über den Schutz des Kormorans erhoben werden. Der Kormoran wird also ursächlich für die Probleme des Bestandes von allerlei Fischarten und des Berufsstandes der Fischer angesehen. Um die Worte des Abgeordneten Strohschein zum Wolf auf den Kormoran anzuwenden, gehört nach Ansicht der AD also jeder Kormoran, der mit seinen Flügeln flattert, abgeknallt – nicht nur im Binnenland sondern auch in seinen Brutkolonien an der Küste. Selbstverständlich macht da meine Fraktion nicht mit.

Zum Schutz der Teichwirtschaften und der Binnenfischer ist eine Ausnahmegenehmigung in der jetzt gültigen Kormoranverordnung enthalten, die eine Bejagung dieses geschützten Vogels zeitlich befristet auf Antrag erlaubt. Das ist auch sinnvoll, da gerade den größeren Teichwirtschaften wie zum Beispiel bei den Müritzfischern oft keine andere Möglichkeit verbleibt, ihre Bestände zu schützen und fischende Kormorane zu vergrämen. Größere Gewässer kann man eben nicht zum Beispiel nur durch Netze sichern.

Wenn wir aber jetzt auch die Küstenkolonien mit einbeziehen, um den Kormoran zu bejagen, führt dies aus unserer Sicht den Schutzstatus dieses Vogels ad absurdum. Es soll ihm also kein Lebensraum mehr zugesprochen werden, der ohne Bejagung bleibt.

Wo bitte sind aber die genauen Nachweise der erheblichen wirtschaftlichen Schäden für die Küstenfischerei durch den Kormoran? Welche Fischarten sind in ihrem Bestand genau bedroht oder stark in ihrem Bestand reduziert? Gibt es wissenschaftlich belastbare Studien dazu? Und was versteht die AfD unter einer Obergrenze für den Kormoran nur für unser Bundesland? Und wie soll eine Regulierung des Kormoranbestandes für Mecklenburg-Vorpommern rein praktisch funktionieren?

Soll es Abschussprämien geben oder wie soll der Anreiz aussehen, damit überhaupt jemand Interesse hat, den Kormoran massenhaft zu schießen? Denn  zahlenmäßige Zielvorgaben für eine Bestandsreduktion des Kormorans bestehen nicht. Die Kormoranverordnung eröffnet grundsätzlich die Möglichkeit, Kormorane zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden unter bestimmten örtlichen und zeitlichen Beschränkungen durch Abschuss zu töten. Alle weiteren Öffnungen der Kormoranverordnung M-V müssen sehr gut begründet sein. Dazu fehlt meiner Fraktion im Moment jegliche Grundlage.

Wir lehnen daher den Antrag der AfD-Fraktion ab.


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