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Dr. Wolfgang Weiß: Aussprache gemäß § 43 Ziffer 2 der Geschäftsordnung des Landtages Mecklenburg-Vorpommern „Geflügelpest in Deutschland wirksam bekämpfen”

Sehr geehrte Damen und Herren, 

erstens: Es gibt im ganzen Land bei nicht wenigen Menschen eine große Verunsicherung, wie man sich in der aktuellen Situation verhalten soll. Insbesondere die Halter kleiner Bestände haben zumeist keine innige Beziehung zu professionellen Regulationen. Mancher fühlt sich mit den Anordnungen überfordert oder alleingelassen – nicht nur mit seinen Hühnern.

Auch Katzen und Hunde sind in den Sperrbezirken in ihrem Auslauf einzuschränken, dürfen nicht mehr unangeleint im Freien umherlaufen. Welche Bedeutung das für Katzen hat, die sich „halb zahm, halb wild“ an einem Hof befinden, aber nicht zum Tierbestand des Hofes zählen, bleibt unklar. Öffentlich weisen an vielen Straßen Schilder auf die „Geflügelpest“ hin, wenn man in ein Beobachtungsgebiet einfährt. Was das bedeutet ist ebenfalls vielen Menschen unbekannt, und so ist es gut, wenn Aufklärung erfolgt, u.a. hier und heute.

Zweitens: Die zuständigen Einrichtungen arbeiten auf dem wissenschaftlichen Höchststand. Die Organisationsstrukturen sind ebenso wie die Handlungsstrategien effektiv. Natürlich weiß niemand, welche zusätzlichen Einträge auf welchem Wege noch kommen können, aber spätestens seit 2006 gibt es diverse Erfahrungen, an denen sich die Praxis messen lässt.

Drittens: Bislang gibt es keinen Anlass zur Befürchtung einer direkten Gefahr für Menschen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.

Es gibt aber keinen Anlass für Leichtfertigkeit. Die Risiken sind noch immer nicht vollständig geklärt. Mutationen gehören ebenso zur Natur von Viren, wie Viren zur Natur.

Weltweit sind bisher übrigens keine Erkrankungen durch kontaminierte Lebensmittel bekannt.

Viertens sei diese Aussprache Gelegenheit für eine weitreichende Forderung:

Verunsicherung und ein diffuses Unbehagen angesichts unbekannter Gefahren sind normal. Besser sind jedoch gute Kenntnisse über natürliche Prozesse. Wenn heute viele Menschen Viren und Bakterien als Krankheitserreger nicht unterscheiden können, keine Ahnung von aktiver und passiver Immunisierung haben, wachsende Teile der Bevölkerung eher Angst vor einer Grippeschutzimpfung als Vertrauen in deren Wert haben, dann sind das Symptome für unzureichende naturwissenschaftliche Kenntnisse. Wer mehr weiß, weiß vor allem auch, wie er sich besser schützen kann, hat somit weniger Angst und ist auch besser geschützt vor Panik oder Hysterie – nicht zuletzt bei der derzeitigen Vogelgrippe namens H5N8.

Die sich daraus ableitende Forderung orientiert also auf eine vertiefte naturwissenschaftliche Bildung.


PRESSEKONTAKT:
 

Claudia Schreyer
Pressesprecherin


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