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Dr. Mignon Schwenke: Rechtsstaat durchsetzen - Greenpeace in die Schranken weisen

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

kaum setzt sich jemand für den Schutz von Natur und Umwelt ein, erhebt sich von Seiten der sogenannten Alternative ein Mordsgeschrei. Wölfe wollen Sie schießen, Biber töten, Robben dezimieren. Klimaschutz ist Ihnen ein Dorn im Auge, koste zu viel – vorgestern gerade wieder im Kreistag VG gehört - Fridays For Future wollen Sie den Hintern versohlen.

Es gibt nur eine vermeintliche Ausnahme, wenn es gegen die Windenergie geht, da wollen Sie plötzlich Naturschützer sein. Das nehme ich Ihnen aber nicht ab, weil Sie völlig vergessen, dass die Vögel vor allem in Gefahr sind, wenn ihre Nahrungsgrundlage fehlt und es zu trocken ist.

Für meine Fraktion und für mich ganz persönlich sage ich: Greenpeace hat mit ihren oft spektakulären, z.T. auch illegalen Aktionen dafür gesorgt, dass große Umweltsünden unserer immer noch auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft aufgedeckt, beachtet werden und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Ohne Organisationen wie Greenpeace und andere wäre das Umweltbewusstsein in den Industriestaaten lange nicht soweit, wie es heute ist.

Aber:

Proteste, zum Beispiel gegen Überfischung und bestimmte Fangmethoden sind legitim.

Die Versenkung von großen Findlingen im Adlergrund zur Verhinderung der Schleppnetzfischerei ist für uns nicht der richtige Weg.

Trotzdem ist die Hysterie an der Stelle überzogen. Die heimischen Fischer fischen schon seit mindestens 10 Jahren nicht mehr über dem Adlergrund.

Sie haben es bereits von Minister Backhaus gehört. Die Art und Weise der Schleppnetz-fischerei, die die Kutterfischer von Mecklenburg-Vorpommern durchführen, ist sehr modern und schont den Meeresboden. Außerdem steht die Hälfte unserer Küstengewässer unter Schutz.

Die Aktion von Greenpeace richtet sich also gegen die Falschen.

Wir lehnen Ihren Antrag trotzdem von ganzem Herzen ab.

Erstens, weil er völlig überzogen und die Proteste der heimischen Fischer gegen die Greenpeace-Aktion für Ihre unguten Zwecke missbraucht.

Zweitens, weil er sich an unser Parlament und unsere Landesregierung wendet.

Damit liegen Sie aber falsch, denn der Adlergrund ist in der AWZ und untersteht damit der Verantwortung des Bundes.

Und Drittens, weil er falsch begründet ist. Die Versenkung von großen Findlingen gefährdet eben nicht unsere Fischerei. Die Fischer aus Mecklenburg-Vorpommern fischen nicht über dem Adlergrund.

Und für mich gibt es noch einen vierten Grund für die Ablehnung ihres Antrags: Ich nehme Ihnen Ihren angeblichen Einsatz für die heimische Kutter- und Küstenfischerei einfach nicht ab.


PRESSEKONTAKT:
 

Claudia Schreyer
Pressesprecherin


Tel. 0385 / 52 52 502
Fax 0385 / 52 52 547
E-Mail: presse@dielinke.landtag-mv.de