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Betroffenen rechter Gewalt zuhören – erinnern und verändern

Zur Aussprache „30 Jahre rassistische Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen: Gedenken – Aufklären – Gestalten“ erklärt die Rostocker Abgeordnete der Linksfraktion, Eva-Maria Kröger:

„Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen war und ist kein Einzelereignis. Wir müssen diese abscheulichen rassistischen Ausschreitungen im Zusammenhang mit den mörderischen Anschlägen von Mölln, Solingen und zahlreichen anderen Orten in Deutschland begreifen. Nur dem Mut und Überlebensdrang der Betroffenen und nicht zuletzt dem Zufall ist es zu verdanken, dass damals niemand getötet wurde. Neonazis und Rassisten griffen im August 1992 das Sonnenblumenhaus an und zündeten es unter den geifernden Blicken tausender Beifallklatscher an – in dem Wissen, dass sich Menschen darin befinden.

Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen fand in einem Jahrzehnt statt, in dem schwingende Baseballschläger und fliegende Brandsätze für Menschen mit Migrationsgeschichte zum Alltag gehörten. Wir müssen den Betroffenen zuhören, wenn wir das Geschehene ehrlich aufarbeiten wollen. Nur so können wir Verständnis für die migrantische Perspektive aufbauen und die richtigen Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Eine Lehre muss sein: Die Politik darf sich niemals wieder von den Gewalttätern am rechten Rand treiben lassen, wie es mit der De-facto-Abschaffung des Grundrechts auf Asyl geschehen ist. Solidarität und humanistische Grundwerte dürfen nicht auf Druck der Feinde der Demokratie geopfert werden.

Im Windschatten dieses zweifelhaften ‚Erfolgserlebnisses‘ entwickelten sich dumpfe Straßenschläger, wie das Kerntrio des NSU, zu organisierten Rechtsterroristinnen und Rechtsterroristen. Aus diesem Grund beginnt die Aufarbeitung des NSU-Komplexes in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr des rassistischen Pogroms von Rostock-Lichtenhagen. Erinnern heißt aufarbeiten, erinnern heißt verändern – diesen Weg werden wir als Linksfraktion weiter konsequent beschreiten.“


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Claudia Schreyer
Pressesprecherin


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