Auf Antrag der Linksfraktion wurde heute in der Aktuellen Stunde im Landtag die „Zukunft der bäuerlichen Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern“ debattiert. Dazu erklärt der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Prof. Dr. Fritz Tack:
„Bundes- und landesweit mehren sich die Proteste gegen den Bau von überdimensionierten Tierhaltungsanlagen. Diese Proteste müssen ernst genommen werden, wir brauchen Strategien, um die Zukunft der ländlichen Räume im Land nachhaltig zu sichern. Aus Sicht der Linksfraktion müssen die Stallgrößen für die Einwohnerinnen und Einwohner und die Haltungsbedingungen in den Anlagen für die Tiere verträglich sein. Mit artgerechten, nachhaltigen Tierhaltungsanlagen kann im Lande die Wertschöpfung weiter erhöht werden. Tierhaltungsanlagen müssen sich in die jeweilige Region einfügen, sie müssen bodengebunden bewirtschaftet werden sowie andere Kriterien erfüllen.
Die Bäuerinnen und Bauern im Land brauchen sichere Perspektiven für die Entwicklung ihrer Betriebe. Dazu gehören auch die Reduzierung des Einsatzes von Medikamenten sowie eine begleitende Forschung in der Tierzucht. Seit langem gibt es in MV keine begleitenden wissenschaftlichen Untersuchungen dazu, welche positiven oder negativen Wirkungen von großen oder kleinen Hühner- und Schweineställen ausgehen. Meine Fraktion fordert von der Landesregierung, die Mittel für die Agrarforschung zu erhöhen. Die Erarbeitung eines Masterplans für die Entwicklung der Landwirtschaft in MV kann nur auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen. Darüber hinaus fordern wir mehr Mitspracherecht für Gemeinden beim Bau großer Tierställe und die frühzeitige Einbeziehung der Einwohnerinnen und Einwohner.“