16. Mai 2012

Kultur kostet Geld – eine Gesellschaft ohne Kultur kostet viel mehr Geld

Nach Angaben des kulturpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Torsten Koplin, hat die heutige öffentliche Anhörung zur Volksinitiative zum Erhalt der Theater und Orchester im Kulturausschuss eindrucksvoll bestätigt, dass die Theater und Orchester für die kulturelle Bildung und den demokratischen Zusammenhalt der Gesellschaft unerlässlich sind. 

„Auch und gerade wegen dieser Werte, die nicht hoch genug geschätzt werden können, haben sich die Anzuhörenden für eine auskömmliche Finanzierung der Theater- und Orchesterlandschaft ausgesprochen“, erklärte Koplin. Bereits die überwältigende Unterstützung für die Volksinitiative habe deutlich gemacht, dass viele Bürgerinnen und Bürger des Landes diese Auffassung teilen. „Die Unterstützerinnen und Unterstützer gaben nicht nur persönliche Daten und ihre Unterschrift, Jung und Alt diskutierten auf den Straßen und Plätzen und unterbreiteten Vorschläge. Hier sind das Engagement für Kultur und eine lebendige Demokratie aufeinandergetroffen“, so Koplin.  

In der Anhörung sei auch deutlich geworden, dass von oben diktierte Fusionen und eine Zentralisierung von Standorten nicht zielführend sind. „Den Kulturschaffenden und ihren Unterstützern sind der Erhalt der Standorte, der Sparten, der Eigenständigkeit und der Arbeitsplätze wichtig.“ Die zwischenzeitlichen Soforthilfen des Landes für einzelne Standorte seien nichts anderes als das Eingeständnis dafür gewesen, dass die Deckelung der Landesförderung auf dem Niveau von 1994 unauskömmlich ist. „An ihr festzuhalten ist fahrlässig“, betonte Koplin.

Koplin forderte die Landesregierung auf, sich dem Anliegen der Volksinitiative nicht zu verschließen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Erhalt der bestehenden Theater- und Orchesterstrukturen in ihrer Vielfalt ermöglichen. „Die Argumentation, das Land könne sich eine höhere Förderung nicht leisten, ist absichtlich irreführend.“ Trotz zurückgehender Solidarpaktmittel sei ein erhebliches Steuerplus zu erwarten, wovon ein Teil für die Theater und Orchester eingesetzt werden könne. „Kultur kostet Geld. Eine Gesellschaft ohne Kultur kostet viel mehr Geld“, betonte Koplin.