Zurück zur Startseite
6. Januar 2012 Pressemeldungen, Torsten Koplin

Volksinitiative will Bedrohung der Theater endgültig abgewendet wissen

Die Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner der Volksinitiative „Für den Erhalt der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern“ kommen heute Abend in Rostock zusammen, um Bilanz zu ziehen. Seit dem 17. November, also binnen sieben Wochen, wurden mehr als 47 000  Unterschriften gesammelt. Diese sollen in Kürze der Landtagspräsidentin übergeben werden. Die Initiative hat zum Ziel, dass sich der Landtag des Themas annimmt und für eine auskömmliche Unterstützung der Theater und Orchester sorgt. Dazu erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„Dass innerhalb kurzer Zeit so viele Menschen für den Erhalt der Theater und Orchester votierten, belegt die hohe Wertschätzung dieser Kultureinrichtungen in der Bevölkerung. Auch die Linksfraktion hat die Volksinitiative tatkräftig unterstützt. Die Volksinitiative belegt auch, dass Theater und Orchester eng mit demokratischer Teilhabe verbunden sind. Die eindrucksvolle Willensbekundung muss Ansporn sein, nach Lösungen zu suchen, um die schwelende Existenzbedrohung der Einrichtungen endgültig abzuwenden. Wir werden dieses Anliegen weiterhin aktiv unterstützen. Zeitgleich mit der Behandlung der Volksinitiative im Landtag werden wir deshalb ein eigenes Konzept für die Zukunft der Theater und Orchester auf den Tisch des Hauses legen. Denkbar ist ein ‚Drei-Säulen-Modell‘ aus verbesserten Erlösen, intensiverer öffentlicher Förderung von Land und Kommunen sowie zivilgesellschaftlichen Engagements durch eine Stiftung.

Es ist keineswegs abwegig, die Theater- und Orchesterlandschaft trotz notwendigen Wandels in ihrer Vielfalt erhalten zu wollen. Das in Rede stehende Modell der Schließung von zwei Orchestern ist nicht nur kulturpolitisch verantwortungslos, sondern auch finanzpolitisch unsinnig. Einer Einsparung von gut 11 Mio. Euro stehen Mindereinnahmen von 3 Mio. Euro und Abwicklungskosten von mehr als 8 Mio. Euro je Orchester entgegen. Kultureinrichtungen sollten sich nicht ständig für ihre Existenz rechtfertigen müssen. Kultur und Kunst kosten viel. Eine Gesellschaft ohne Kunst und Kultur kostet viel mehr.“<//span>