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13. Januar 2012 Pressemeldungen, Henning Foerster

Lohnniveau verantwortlich für Fachkräftemangel und Abwanderung

Die jüngste Veröffentlichung des DGB Nord zum Lohnniveau der drei norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg machen nach Ansicht des gewerkschaftspolitischen Sprechers der Linksfraktion, Henning Foerster, erneut deutlich, wo die Ursachen für Fachkräftemangel, die hohe Pendlerquote und anhaltende Abwanderung liegen. „Die dramatischen Einkommensunterschiede von MV zum Bund sowie den beiden Nachbarländern sind verantwortlich, dass jeder achte Arbeitnehmer pendelt, gut ausgebildete Jugendliche anderenorts ihre Familie gründen und sich die Anwerbung von Fachkräften schwierig gestaltet“, erklärte Foerster.

Nach Angaben des DGB Nord hat MV bei den Bruttoeinkommen der Vollzeitbeschäftigten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich die rote Laterne. Die Löhne lagen in den vergangenen beiden Jahren um 22,8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt und sogar knapp 30 Prozent unter dem Hamburger Niveau. „Von der viel beschworenen Aufholjagd kann wahrhaftig keine Rede sein“, sagte Foerster.

Damit die Menschen im Land bleiben und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann, seien an erster Stelle vernünftige Löhne erforderlich. „Die Landesregierung ist in der Pflicht, das Vergabegesetz zügig zu novellieren und einen Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen zu verankern“, betonte Foerster. Zudem müsse die SPD ihrer wiederholten Ankündigung, sich für einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn einzusetzen, endlich Taten folgen lassen. „Um den Fachkräftebedarf mittel- und langfristig decken zu können, müssen darüber hinaus Auszubildende mehr Sicherheit durch unbefristete Übernahmen erhalten. Außerdem müssen die Arbeitskräftepotentiale bei den Langzeitarbeitslosen oder Menschen mit Behinderung stärker als bisher erschlossen werden“, so Foerster.