„Kühe in Ställen und auf der Weide sichern Arbeitsplätze in den Dörfern, erhalten Wiesen und Weiden“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Prof. Dr. Fritz Tack, heute in der Debatte zum Antrag der Koalitionsfraktionen „Entwicklung auf dem Milchmarkt“ im Landtag.
„Mit dem für 2015 vorgesehenen Auslaufen der Milchquotenregelung in der EU werden die Milchviehhalter mit noch stärker schwankenden Märkten und Auszahlungspreisen für die Milch rechnen müssen“, sagte Tack. Es werde noch deutlicher zutage treten, wie stark die Milchproduktion den radikalen marktwirtschaftlichen Prinzipien unterworfen ist. Damit hätte sie auch die verheerenden Folgen der immer wieder auftretenden Überproduktionskrisen zu tragen. „Die Milchbauern sind dabei das schwächste Glied in der Kette.“
„Derzeit fallen die Auszahlungspreise der Milch erneut, weil die vier großen Discounter, die 85 Prozent der gesamten Trinkmilch und Milchfrischprodukte vermarkten, mit Billigpreisen werben und sich das derzeitige Überangebot von Milch dafür zunutze machen“, so Tack. Seine Fraktion tritt für die Bildung und Förderung von Erzeugergemeinschaften der Milchproduzenten ein. „Die Landwirte müssen sich ihrer gemeinsamen Kraft bewusst werden und auch gemeinsam handeln“, betonte Tack.
Darüber hinaus fordert die Linksfraktion die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage für Landwirtschaftsbetriebe und die Einrichtung eines Notfonds, der einmal eingerichtet, wie ein revolvierender Fonds aus Rückzahlungen gespeist werden könnte. „Solch einen Fonds hätten wir beispielsweise nach dem Sommerhochwasser 2011 gut gebrauchen können.“