11. Januar 2018

Zwangsexmatrikulationen sind ein Alarmsignal

Zur heutigen Berichterstattung in der Ostseezeitung zur steigenden Zahl von Zwangsexmatrikulationen an den Hochschulen des Landes erklärt der hochschulpolitische Sprecher, Karsten Kolbe:

„Die steigende Zahl der Zwangsexmatrikulationen ist ein Alarmsignal. Die Ursache liegt jedoch längst nicht allein in der Bequemlichkeit der Studierenden, wie es der Beitrag nahelegt.

Ein Blick in die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) kann Licht ins Dunkel bringen. Demnach hat der Anteil an der Studienfinanzierung, der durch Nebentätigkeiten aus eigener Tasche bestritten werden muss, in den letzten sechs Jahren stark zugenommen. Fast 30 Prozent müssen die Studierenden heute mehr erwirtschaften als noch 2012. Dieser Anstieg liegt in den gestiegenen Lebenshaltungskosten begründet bei gleichbleibender Unterstützung durch Eltern und nicht sachgerecht angepassten BaföG-Sätzen.

Inzwischen klafft zwischen dem BaföG-Höchstsatz und dem durchschnittlichen monatlichen Finanzbedarf von Studierenden eine Lücke von 185 Euro. Zugleich sank die Zahl der BaföG-Beziehenden. Es sind damit auch soziale und finanzielle Gründe, warum Studierende nicht in der Lage sind, ihre Beiträge zu bezahlen. Ausreichend günstiger Wohnraum für Studierende und eine sachgerechte Erhöhung der BaföG-Sätze könnten hier Abhilfe schaffen.“