DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern
Zu den Ergebnissen der öffentlichen Anhörung zur Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder für den Teil der frühkindlichen Bildung heute im Bildungsausschuss erklären der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Andreas Bluhm, sowie die Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik, Dr. Marianne Linke:
„Das vorliegende Papier ist nur ein Teil einer Gesamtkonzeption, bei der immer noch nicht klar ist, wann sie vorliegt. Von den Anzuhörenden wurde übereinstimmend das Fehlen von grundsätzlichen bildungspolitischen Grundlagen sowie einer Bildungs- und Erziehungsdefinition als Fundament für die Einzelmaßnahmen kritisiert. Die inhaltlichen Aussagen z.B. zur Tagespflege, zu Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren sowie zum Übergang in die Grundschule wurden als nicht ausreichend betrachtet.
Übereinstimmend wurde die ‚Defizitorientierung’ der Bildungs- und Erziehungsziele bemängelt. Sie steht im Gegensatz zur Förderung und Entwicklung der individuellen Potentiale von Kindern.
Die Träger von Kindertagesstätten sehen die Umsetzung der Aufgaben insbesondere dadurch beschränkt, dass die Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit, beispielsweise Vor- und Nachbereitungszeiten, dafür nicht ausreichen. Gewünscht wird eine weitere Bearbeitung und Ergänzung der Konzeption. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie der Einbeziehung der Eltern.
Der Bildungsminister hat offensichtlich ohne Rücksprache mit der Projektgruppe, die maßgeblich an der Erarbeitung beteiligt war, die Bildungskonzeption zum 1. 9. 2010 in Kraft gesetzt. Wir haben damit auf einer weiteren Baustelle im Bildungsbereich lediglich Richtfest. Der Minister hält den Bau allerdings wohl für abgeschlossen.“