17. Oktober 2011

Mehr Frauen in Führungsetagen überfällig – Quote statt Gebote

Nach Ansicht des gleichstellungspolitischen Sprechers der Linksfraktion, Peter Ritter, kommt das Ergebnis des heutigen Spitzentreffens der Personalvorstände der 30 DAX-Unternehmen mit der Bundesregierung nicht überraschend. „Erwartungsgemäß gibt es lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Frauenministerin Schröder wird ihrer Aufgabe, Frauen gezielt und effektiv zu fördern, ein weiteres Mal nicht gerecht“, erklärte Ritter. „Die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen, mit der sich Ministerin Schröder abspeisen lässt, ist nichts anderes als eine Hinhalte- und Verzögerungstaktik“, so Ritter. Selbstverpflichtungen hätten bereits in den zurückliegenden Jahren gar nichts gebracht, eine gesetzlich verbindliche Frauenquote von mindestens 40 Prozent im Management sowie Vorständen und Aufsichtsräten sei überfällig. „Wir brauchen Quote statt Gebote“, betonte Ritter.

„Auch auf Landesebene warten wir bislang vergeblich auf den großspurig angekündigten Paukenschlag des Ministerpräsidenten in Sachen Frauenförderung“, so Ritter. So sei die Luft in der SPD-Landtagsfraktion, auf Abteilungsleiterebene und voraussichtlich erneut auf Minister- sowie Staatssekretärsebene für Frauen äußerst dünn. „Auch Frau Schwesig muss ihrer heftigen Kritik an Bundesfamilienministerin Schröder Taten folgen lassen“, sagte Ritter. Der Antrag der Großkoalitionäre vom vergangenen Jahr, den Frauenanteil in Aufsichtsratsgremien landeseigener Unternehmen zu erhöhen,  habe sich jedenfalls als Schaufensterantrag erwiesen. Wie die Landesregierung einräumte, könnten „konkrete Veränderungen bei der Besetzung von Aufsichtsräten in landeseigenen Unternehmen … erst im Rahmen von Nachbesetzungsverfahren erzielt werden“. Da die potenziellen Nachrücker, die Abteilungs- und stellvertretenden Abteilungsleitungen sowie die Referatsleitungen in der Landesverwaltung, fast ausschließlich männlich seien, müssten Frauen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten, bis sie zum Zuge kommen. „Eine gezielte Strategie sieht anders aus, sonst wird der Paukenschlag bald zum Rohrkrepierer“, so Ritter.