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28. Juni 2010 Pressemeldungen, Helmut Holter

Den Menschen mehr vertrauen und mehr zutrauen

Fazit der 14. Denkwerkstatt 2020 und einer Konferenz der Linksfraktion

Die 14. Denkwerkstatt 2020 tagte am Freitag, den 25. Juni 2010 in Güstrow. Der Einladung des Initiators Helmut Holter, heute Vorsitzender der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, waren u.a. der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank,  Prof. Dr. Norbert Walter, der Direktor „Zukunft global denken“ der Bertelsmann-Stiftung, Andreas Esche, der Vorstandsvorsitzende der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. Peter Adolphi, Daniel Friedrich von der IG Metall Küste und Dr. Rainer Land vom Thünen-Instiut für Regionalentwicklung Mecklenburg-Vorpommern gefolgt. Die Teilnehmer der 14. Denkwerkstatt diskutierten über das Thema „Arbeit und Daseinsvorsorge – Meßlatte für Lebensqualität“.

In einer öffentlichen Tagung der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern und der Rosa-Luxemburg-Stiftung am Sonnabend, den 26. Juni 2010 wurden im Rahmen der Leitbilddiskussion „MV 2020+“ Ergebnisse aus der 14. Denkwerkstatt aufgenommen und das Thema „Anders wirtschaften und arbeiten für mehr Lebensqualität“ diskutiert.

Helmut Holter zieht ein Fazit beider Veranstaltungen:

„Unsere Gesellschaft befindet sich in der Wachstumsfalle. Wirtschaftsleistung und Lebensqualität sind selbstverständlich eng miteinander verbunden. Allerdings bedeutet eine gesteigerte Wirtschaftsleistung noch lange keine bessere Lebensqualität. Lebensqualität ist individuell und definiert sich nicht ausschließlich über materiellen Wohlstand. Vor dem Hintergrund der Energiekonflikte und des Klimawandels muss mehr Lebensqualität dringend mit weniger Ressourcenverbrauch verbunden werden. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise ist nur zu meistern, wenn die Verringerung des Ressourcenverbrauchs vor Wirtschaftswachstum steht. Wir brauchen ein qualitativ neues Verständnis von nachhaltigem Wachstum. Ein solcher sozial-ökologischer Umbau sollte zukünftig Maßstab für alle politischen Entscheidungen in Mecklenburg-Vorpommern sein.

Für mehr Lebensqualität und für eine bessere Standortqualität muss Mecklenburg-Vorpommern einerseits internationaler werden, sich als Dienstleistungsregion für die europäischen Metropolen Berlin, Hamburg, Szczecin, Kopenhagen und Malmö begreifen, seine transnationalen Wirtschaftsbeziehungen ausbauen und seine eigene Exportbasis verbreitern. Andererseits muss für gleichwertige Lebensverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern die Regionalisierung vorangebracht werden. Regionale Produkte und regionale Initiativen bedürfen einer stärkeren Unterstützung durch die Landespolitik. Regionale Akteure brauchen Rahmenbedingungen, damit sie initiativ werden können, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen und zu vertiefen.

Für eine höhere Binnennachfrage und mehr Aufträge an einheimische Unternehmen ist die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen kein Hindernis, sondern schafft und sichert Arbeitsplätze. Dafür muss die Kommunalverfassung MV von unnötigen Restriktionen befreit werden.

Lebensqualität kann nicht nur an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in der Privatwirtschaft, im öffentlichen Dienst und einem zu schaffenden öffentlich geförderten Beschäftigungssektor gemessen werden, sondern auch an den Möglichkeiten der demokratischen Teilhabe.“

Helmut Holter: „Wir wollen den Menschen mehr vertrauen und ihnen mehr zutrauen, den regionalen Akteuren damit die notwendigen Freiheiten und die dazu erforderliche finanzielle Basis geben. Wir laden die Menschen ein, mitzumachen und sich einzubringen, denn sie wissen am besten, welche Stärken ihre Heimatregion hat.“

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Die Denkwerkstatt 2020 beriet erstmalig im Jahr 2000. Ziel ist es, in einem parteienübergreifenden Projekt Politikansätze für Mecklenburg-Vorpommern zu finden und zu diskutieren.

www.denkwerkstatt-mv.de

Die Fraktion DIE LINKE. im Landtag Mecklenburg-Vorpommern diskutiert das Leitbild „Mecklenburg-Vorpommern 2020+“

www.originalsozial.de/politik/leitbilddiskussion_m_v_2020/