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27. August 2010 Pressemeldungen, Peter Ritter

Die Idee des Frauentages wird 100 Jahre alt

Heute vor 100 Jahren wurde auf der Zweiten sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen angeregt, einen alljährlichen internationalen Frauentag einzuführen. Die Forderung des 27. August 1910 zielte auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Ganz oben auf der Liste stand dabei die Einführung des Wahlrechts für Frauen. Das Wahlrecht haben die Frauen erreicht. Frauen mischen mit in der Politik, in der Wirtschaft und Wissenschaft. ABER: Der Anteil der Frauen in den verschiedenen Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ist immer noch zu gering und liegt weit hinter dem der Männer zurück. Am 8. März 2011, dem hundertjährigen Jubiläum des Frauentages, wird Bilanz gezogen. Diese wird angesichts der vorliegenden Zahlen und Fakten zur Gleichstellung von Frauen und Männern düster ausfallen.

Frauen sind viel häufiger als Männer in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt. Sie sind mit einem Anteil von nahezu zwei Dritteln überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor vertreten. In den Führungspositionen sucht man sie häufig vergebens. Daraus resultiert, dass Frauen im Bundesdurchschnitt 23% weniger verdienen als Männer und dies bei gleichwertiger Arbeit! Auch in der Politik sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Dies zeigt: Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist auch nach 100 Jahren Frauentag noch nicht erreicht.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich. Es ist höchste Zeit, dass sich dieser Anteil auch tatsächlich in den verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens widerspiegelt. Frauen müssen zu nahezu gleichen Anteilen wie die Männer in der Wirtschaft, der Politik, in Wissenschaft und Forschung vertreten sein. Wir fordern den chancengleichen Zugang zu Bildung und Arbeit, eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in den Spitzenpositionen, gleiche Entlohnung für die gleiche und gleichwertige Arbeit, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vieles mehr.