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29. April 2010 Rede, Barbara Borchardt

Thema 2011 - Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft

Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

 

am 27. November 2009 hat der Rat der Europäischen Union entschieden: 2011 soll das europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft sein.

Ich kann die Entscheidung der Rates der Europäischen Union nur begrüßen.

Denn Ehrenamtliche sind es doch, die immer wieder mit Herz, Hand und Verstand beweisen, wie wichtig sie sind. Auch gegen Widerstände andere, die keinen Sinn mehr in der Freiwilligtätigkeit sehen.

Dabei sind es doch Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für Andere einsetzen, die die ein großes soziales Netzwerk schaffen und so einen wesentlichen Beitrag zu einem menschlichen, wertebewussten Miteinander in unserer Gemeinschaft beitragen. Das verdient besondere Wertschätzung.

Tag für Tag sind sie für andere da, trainieren Kinder in Sportvereinen, engagieren sich in Nachbarschaftshilfen, betreuen hilfsbedürftige Menschen in Heimen, rücken nachts aus zu Einsätzen von Feuerwehr und Rettungsdiensten, sind unentbehrlich bei Kirchen und karitativen Trägern, ohne das dies immer groß thematisiert wird.

Meist außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung helfen sie direkt und wirksam."
Ehrenamtliche haben sich Dank und Anerkennung mehr als verdient. Sie machen unsere Gesellschaft um soviel reicher.

Und gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern sind es viele, viele Ehrenamtliche, die in so vielen Bereichen zu finden sind. Im Sport, die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter, Schiedsleute, im Bereich der Schule die Mitwirkungsgremien,  bei den Seniorinnen und Senioren in den Beiräten und ich könnte noch ewig so weiterführen. Vor diesem Gesichtspunkt finde ich auch richtig, dass immer wieder die Ehrenamts-Messen in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Diese sind für mich eine Würdigung der Ehrenamtlichen, indem sie auch anderen zeigen, wie vielfältig die Ehrenamtsarbeit ist. Deshalb finde ich es auch richtig, dass unsere Landesfeuerwehren jährlich eine finanzielle Förderung erhalten, aber auch durch die Imagekampagne „Köpfe gesucht“, die durch das Land unterstützt wird, wo es um Nachwuchsgewinnung geht.

Deshalb habe ich mich auch im Europa- und Rechtsausschuss dafür stark gemacht, dass die Zuwendungen für die freiwillige Straffälligenhilfe weiter auf möglichst hohem Niveau erhalten bleiben. Auch wenn der Landesrechnungshof dies anders gesehen hat. Man kann hier aber nicht herangehen und dies nur von der wirtschaftlichen Seite betrachten. Die Ehrenamtlichen übernehmen freiwillig soviel Arbeit, mit soviel Engagement. Das kann man gar nicht in Geld ausgleichen.

Und auch im Bereich der Kommunalpolitik gibt es in den kommunalen Vertretung tausende Kommunalvertreter und hunderte von ehrenamtlichen Bürgermeistern, die die Verantwortung vor Ort übernehmen und nur das Beste für ihre Kommunen wollen.

Und natürlich gibt es im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit noch einige zu klärende Fragen. Wie können wir sie noch besser unterstützen und auch einmal würdigen? Wie schaffen wir es auch Jugendlichen und junge Leute für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen, gerade auch wenn sie sich in der Phase von der Ausbildung zum Berufseinstieg befinden? Wie schaffen wir es, für am Engagement Interessierte Anlaufstellen in den Kommunen bereit zustellen, die für die jeweiligen Interesse passende Angebote machen können? Oder welche Alternativen gäbe es hierzu?

Und gerade die Ausrufung des Jahres 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft ist ein guter Anlass um sich weiter mit solchen Fragen auseinanderzusetzen.

Aber nicht nur wir müssen uns damit auseinandersetzen.

Nein, ich sehe auch eine Verantwortung bei der Landesregierung. Sie muss sich schon jetzt in den Prozess einbringen.

Laut der Entscheidung des Rates der europäischen Union hatten die Mitgliedstaaten bis zum 28.2.2010 Stellen zu benennen, die die Teilnahme der Mitgliedstaaten an diesem Jahr organisiert. Das sind die sogenannten nationalen Koordinierungsstellen.

Somit steht diese Stelle schon fest. Ich erwarte jetzt von der Landesregierung, dass sie sich mit dieser Stelle in Verbindung setzt und sich in die Ausarbeitung eines nationalen Programms mit einbringt.

Und wie auch vorhin, wo ich zu dem Europäischen Jahr 2010 ausführte, dass dies nicht nach 2010 ohne nachhaltige Wirkung sein dürfte, so erwarte ich das auch von dem Jahr 2011. Auch hier soll es nicht um medienträchtige Pressekampagnen gehen, wo sich der eine oder andere hervortut. Sondern es darf dabei immer nur um die ehrenamtlich Tätigen gehen.

Danke.