Zurück zur Startseite
18. Dezember 2009 Rede, Peter Ritter

Entschließung zum Fritz-Reuter-Jahr 2010

Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren, 
 

erwarten Sie jetzt bitte nicht, dass ich meinen Beitrag auf Plattdeutsch halte. Man sollte nur tun, was man wirklich kann.

Ich habe daher immer Herrn Dr. Ringstorff bewundert, wenn er als Schirmherr der Reuterfestspiele in Stavenhagen leicht und locker platt gesprochen hat. 

Ich habe dagegen große Mühe, bei den alljährlichen Theaterstücken, die von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Stavenhagen selbst geschrieben und gespielt werden,

an den richtigen Stellen mit zu lachen…

Aber nicht deswegen habe ich mich zu Wort gemeldet. 

Ich habe mich zu Wort gemeldet, weil schon vor der Landtagssitzung zu hören war, dass SPD, CDU und FDP unserem Antrag nicht zustimmen wollen. 

Ich habe mich gefragt, was die Gründe dafür sein könnten.

  1. Haben SPD, CDU und FDP etwas gegen Fritz Reuter und seine Werke? Das kann ich mir nicht vorstellen.
  2. Meinen SPD, CDU und FDP, dass das Land,  
    dass wir als Landesparlament schon genug tun, um den 200. Geburtstag Fritz Reuters ausreichend zu würdigen?

   

Das glaube ich nicht, denn entsprechende Meldungen, gar konkrete Taten sind kaum vernehmbar.

Liegt also es

  1. eher daran, dass dieser Antrag von meiner Fraktion kommt?

Da liegt wohl der Hauptgrund! 

Und wenn dem so ist, stellen Sie sich, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein provinzielles

und kleingeistiges Armutszeugnis aus. 

Meine Damen und Herren,

wir begehen im nächsten Jahr ein weiteres

200. Jubiläum. Den 200. Todestag von Königin Luise. 

Zu diesem Anlass wurde hier im Hohen Hause fraktionsübergreifend ein Beschluss gefasst. 

In einer Pressemitteilung dazu zeigten sich die Abgeordneten Löttge und Kokert erfreut über den Beschluss des Landtages, die wirtschaftlichen und touristischen Chancen der länderübergreifenden Königin-Luise-Route künftig besser zu nutzen. 

Ließen sich solche Effekte nicht auch durch eine Ehrung von Fritz Reuter erreichen? 

Sollte das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern nicht nur mit Wasser und Wald, hervorragenden Musikfestivals, Störtebeker-Festspielen oder der König-Luise-Route werben, sondern auch mit Fritz Reuter, seinen Wirkungsstätten im Land und seinen Werken? 

Es gibt keinen vernünftigen Grund, dieses nicht zu tun

und Sie haben keinen vernünftigen Grund heute vorgetragen, der für eine Ablehnung unseres Antrages sprechen würde. 

Dafür dominieren Unvernunft und Unkultur. 

Meine Damen und Herren,

meine Heimatstadt, die Reuterstadt-Stavenhagen, hat den Start ins Reuter-Jahr vollzogen. 

Bereits im Sommer habe ich Sie gemeinsam mit Stavenhagens Bürgermeister zu den Veranstaltungen im Reuter-Jahr eingeladen. 

Vielleicht besuchen Sie ja die Reuterstadt im nächsten Jahr einmal. 

Vielleicht werden Sie sich dann eingestehen, dass Ihre heutige Entscheidung nicht von Weitsicht getragen war.